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Tu es auf deine Weise

Kennst du das?

Du hast dir eine ganz fixe Idee in den Kopf gesetzt - doch dabei bleibt es. 

Vor dir steht nicht etwa die Vorstellung davon, wie es sich anfühlen wird, wenn du die Idee umgesetzt hast.

Du siehst vor allem riesige Hindernisse, die auf dich zukommen (könnten!). Sie bauen sich in Form vorwurfsvoller Fragen wie riesige, unüberwindbare Berge vor dir auf:

 

"Das schaffst du doch nie."

"Du hast doch keinerlei Vorkenntnisse."

"Wie willst du das denn anstellen? Spätestens bei diesem entscheidenden Schritt wird es schief gehen, und dann war jede Mühe umsonst."

"Das schafft xy vielleicht, aber Du doch nicht."

"Was glaubst du eigentlich, wer Du bist?"

 

 

Diese Fragen haben auch mich lange gequält. Doch dann begab ich mich auf den Weg, um die letzte Frage in der Reihe zu beantworten: Was glaube ich eigentlich, wer ich bin?

Ich änderte - und bin immer noch dabei - meinen Glauben über mich selbst und meine eigenen Fähigkeiten. 

Stück für Stück räumte ich diese störenden, aufhaltenden Fragen aus dem Weg und habe gelernt, sie umzuformulieren:

 

"Wie werde ich mich fühlen, wenn ich diese große Aufgabe geschafft habe?"

"Was kann ich damit alles anstellen, wenn ich dieses oder jenes angepackt und erfolgreich beendet habe?"

"Was wäre, wenn es wirklich möglich wäre?"

 

Ich habe geschrieben und geschrieben, wochen- und monatelang. 

Ich habe meine Träume mit positiven Affirmationen gefüttert und mich selbst in eine Position gebracht, von der aus ich sehen kann, dass so viel mehr möglich ist, als ich bisher von meinem kleinen Aussichtstürmchen aus ausmachen konnte. 

 

Und als ich mich gefüllt wusste bis zum Rand mit neuen Glaubenssätzen, dem Wissen, dass ich die Dinge schaffen kann... da lief der Pott einfach über und der ganze Reichtum meines inneren Schatzes ergießt sich nun in die Erfüllung meiner Träume.

 

Einer davon ist das Reisen. 

Wie ihr auf dem Foto in meinem Reiseblog sehen könnt, habe ich auf meine ganz eigene Art und Weise einen meiner Träume erfüllt - ich habe mein Auto zum Camper umfunktioniert. Und eins kann ich verraten: Es war gar nicht so schwer und innerhalb eines Tages erledigt. Der Unterschied zwischen den Menschen, die ihre Träume anpacken und denen, die es lassen, ist nicht etwa, dass erstere begabter oder kreativer wären, mehr Ressourcen zur Verfügung hätten oder schlicht mehr Glück.

Der einzige Unterschied liegt darin, dass sie glauben, dass sie es schaffen können. 

 

Ich begann also, zu hämmern und zu sägen, zu messen und zu schrauben.

Dabei machte ich eine sehr interessante Beobachtung:

 

Ich arbeitete auf meine ganz eigene Art und Weise. Jede*r Handwerker*in hätte vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen!

Ich bin eher der intuitive Typ. Ich nehme mir etwas vor und beginne einfach mit der Arbeit. Ich gehe Schritt für Schritt vorwärts, und zwar nach meinem Bauchgefühl. Ich plane vor, doch nicht zu viel. Es ist immer Raum für unvorhergesehenes. In der Tat schraubte ich über hundert Schrauben mit dem Handschraubenzieher, weil ich den Akkuschrauber nicht gut genug vorbereitet hatte und mir dazu passende Teile fehlten. Ich fuhr mehrmals zum Baumarkt, anstatt ein Mal gut vorbereitet. Ich sah nicht vorher nach, ob ich genug Schrauben und Nägel zur Verfügung hatte oder ob ich auch wirklich ALLES ausgemessen und JA nichts vergessen habe. 

Ich machte dadurch in meinem Arbeitsprozess - von aussen betrachtet - einige Umwege. Doch ich spürte dabei etwas, das mir kein noch so gut vorbereiteter Projektprozess hätte bieten können: Das pure, unvorbereitete Leben. Ich kannte das Ziel genau und wusste, wie mein Projekt am Ende auszusehen hatte - doch der Weg dahin, das wurde mir deutlich bewusst, darf von Person zu Person unterschiedlich aussehen. 

 

Dem Einen mag es wichtig sein, in der kürzesten Zeit die besten Ergebnisse zu erzielen. Andere möchten Ressourcen sparen. Eine Dritte möchte Zeit haben und sich nicht hetzen.

Jeder Mensch geht anders an Projekte heran - wenn man ihn lässt. Und vor allem: Wenn er sich selbst lässt.

 

Welches Projekt wünschst du dir, zu Ende zu bringen? Was hält dich davon ab? Ist es vielleicht auch das Hindernis, "so und so MUSS das gemacht werden", du hast aber das Gefühl, dass das überhaupt nicht deine Art ist und schreckst deswegen davor zurück?

Du könntest Recht haben. Der vorgegebene Weg mag nicht der Deine sein - aber ich ermutige dich von ganzem Herzen, deswegen nicht dein Ziel aus den Augen zu verlieren. Erweitere deinen Horizont, indem du dich darauf besinnst, wie du es am liebsten angehen würdest, wenn du keine Grenzen hättest. Und sei nicht überrascht, wenn dir auf diesem Weg die zündende Idee kommt, die vielleicht ganz anders aussieht als alles, was dir bisher begegnet ist :-)